Boule-Turnier unter royaler Beobachtung

Stimmungsvolle Ambiente im Schlosspark Wehrden

Wehrden (wga) Das derzeit stimmungsvollste Ambiente für ein Turnier, gepaart mit einer freundschaftlichen, ja fast familiären Note, das sind die Boule-Turniere der „Boule-Freunde“ aus Wehrden. Bei warmem Sommerwetter boten auch dieses Mal die großen Bäume wohltuenden Schatten, auf den gekiesten Wegen hatten die Organisatoren um Michael „Strumpy“ Strumpen und Friedhelm Tabaka neun Spielbahnen mit weißen Schnüren abgeteilt. Aus den 19 Zweier-Teams ging das einzige Dreier-Team der Lokalmatadoren mit Mary Moritz (83), Alex Moritz und Richard Harks als Sieger hervor.

Eigentlich ein ganz normales Turnier, wie es bei den vielen Boule-Begeisterten aus dem Kreis Höxter bekannt ist. Wäre da nicht eine kleine Begebenheit gewesen, die für Aufmerksamkeit und Heiterkeit sorgte: Ein junger Zaunkönig, wohl in seinem Reich gestört von den vielen Menschen und noch mehr rollenden Kugeln, trippelte und hüpfte das winzige Federbällchen – nicht viel größer als die Zielkugel – auf den Bahnen hin und ließ sich auch nicht vertreiben. Hoffte er auf einige Krümel vom frischen, leckeren Apfelkuchen aus der örtlichen Landbäckerei, die einmal mehr für das Catering sorgte? Irgendwann wurde es ihm wohl zuviel und er verschwand im Gebüsch.

Dieses Mal hatten sich 19 Teams aus dem Kreis Höxter, aus Oesdorf, Holzminden, Paderborn und sogar Werther (bei Bielefeld) im Schlosspark mit Blick auf die Weser eingefunden. Nach Einweisung in Regel-Details pfiff „Strumpy“ kurz nach 10 Uhr die erste von sechs Spielrunden an. Jede Runde war auf 40 Minuten begrenzt; falls das Ergebnis von 13 Punkten noch nicht erreicht wurde, rechnete Friedhelm Tabaka am Computer adäquat hoch. Maßgeblich war das sog. „Schweizer System“, allerdings ohne Wertung von „Buchholz-Punkten“. Die eingesetzte Software rechnete die jeweiligen Paarungen aus, so dass nie zwei Teams mehrmals gegeneinander antreten mussten. In der Mittagspause kredenzten die Wehrdener ihren Gästen frisch gebackene, kleine Flammkuchen mit Speck und Schmand, gefülltes Brot und Platenkuchen. Dazu Kaffee und Kaltgetränke einschließlich Grauburgunder. Bei den vielen Gesprächsrunden zeigte sich wieder einmal, dass diese Turniere für die Boulerinnen und Bouler auch ein geselliges und soziales Miteinander darstellen.

Öl, aber nicht aufs Feuer.

Die Uhr zeigte schon deutlich nach 16 Uhr, als die Ergebnisse verkündet wurden. Dank eines Sponsorings durch die Ölmühle Solling in Boffzen konnte Turnier-Chef Michael Strumpen jedem Teilnehmer neben einer Urkunde auch ein kleines Präsent in Form ein Gläschens Öl mitgeben. Je näher die Wertung in die Spitzenrunde rückte, wurden auch die Öl-Fläschchen größer. Die drei Erstplatzierten konnten neben einer leckeren Flasche Öl auch eine Gewürzpflanze in der Glasvase für die heimische Küche in Empfang nehmen. „Die Wehrdener sind immer für eine Überraschung gut,“ meinte einer der Preisträger. Mit 5 von 6 gewonnenen Spielen (Differenz 35 Punkte) siegte das Dreier-Team Mary Moritz, Alex Moritz und Richard Harks aus Wehrden. Gegenüber den anderen Zweier-Teams hatte dieses Team keinen Vorteil, da sie mit jeweils einer Kugel weniger spielen mussten. Auf dem 2. Platz folgten Eva Basan und Michael Strumpen (Boule-Freunde Wehrden) mit 4 Siegen und 20 Differenz-Punkten, dicht gefolgt von Jo Evers und Karsten Engelhardt von den „Bouletten“ Borgentreich (4 Siege, 19 Punkte).

Die drei Erstplatzierten (v.l.n.r.): Alex Moritz, Mary Moritz, Richard Harks (1. Platz), Karsten Engelhardt/Jo Evers (2. Platz) und Michael „Strumpy“ Strumpen/Eva Basan (2. Platz)

Nach der Siegerehrung und dem ülichen „Reste-Verzehr“ verabschiedeten sich die Boule-Freunde zum nächsten Turnier am Samstag, 3. September, auf dem Sportplatz in Körbecke, wo die „Bouletten“ zum Herbstturnier einladen. Weitere Informationen im Netz unter www.boule-wbde.jimdosite.com