1. Boule-Turnier der BSG

Frühjahrs-Boule-Turnier der Reha-Sportler

Borgentreich (bsg)

Mit einem satten „Klack“ prallen die tennisballgroßen, etwa 700 Gramm schweren Stahlkugeln auf dem harten Sandboden aneinander, die hintere Kugel rollt weiter und die des Werfers legt sich nahe an die kleine rote Holzkugel, auch „Schweinchen“ genannt. „Der Punkt reicht zum Gewinn,“ meint fair der Verlierer, „Herzlichen Glückwunsch!“

Mit einem spannenden Wettbewerb für jedermann starten die Bouler der BSG Borgentreich in die neue Saison. Wer sich mit anderen Spielern – ob Neuling oder Könner – messen und einen schönen Tag in netter Gesellschaft verbringen will, sollte sich Samstag, den 18. April, merken. Ab 10 Uhr steigt auf der vereinseigenen Anlage im Schulzentrum ein Frühjahrs-Boule-Turnier, bei dem es auch nette Preise zu gewinnen gibt. Im Startgeld von 5 Euro ist ein Mittagsimbiss enthalten; Anmeldungen werden unter boule@bsg-borgentreich.de erbeten.

Wie Organisator Winfried Gawandtka von der BSG mitteilt, wird nach allgemeinen Pétanque-Regeln in Zweier-Teams gespielt: „Die Regeln sind relativ einfach und schnell vor Ort erklärt. Kugeln sind ausreichend vorhanden, es können natürlich auch eigene Kugeln mitgebracht werden.“ Das Team kann sich vorher anmelden oder direkt zur Anlage kommen, die sich im Borgentreicher Schulzentrum, Platz der Stadt Rue, auf einer Wiese neben der großen Sporthalle befindet. „Wer keinen Partner hat,“ so Gawandtka weiter, „kann auch alleine mitmachen. Es wird dann ein Team-Kollege ausgelost.“ Das Turnier ist für Damen und Herren sowie Jugendliche ab 12 Jahre offen. Natürlich warten hübsche Pokale und Sachpreise auf die Gewinner und Teilnehmer. „Der Spaß am Spiel in netter Gesellschaft und in frischer Luft steht im Vordergrund; darum sollte sich niemand von einer allzu strengen Regelauslegung abgehalten fühlen, mitzumachen.“ Die Siegerehrung wird voraussichtlich gegen 17 Uhr sein; im Startgeld ist ein kleiner Mittagsimbiss enthalten (Gawandtka: „Es wird natürlich was Französisches sein!“), Getränke gibt es zum Selbstkostenpreis. „Wir bedanken uns schon jetzt bei unseren Sponsoren, insbesondere bei der Heil- und Mineralquellen Germete GmbH,“ ergänzt die BSG-Vorsitzende Gisela Lattrich.

Mit diesem Angebot haben die Reha-Sportler im vorigen Jahr Neuland betreten. „Neben unserem hervorragend ausgelasteten Reha-Sportangebot suchten wir etwas Neues,“ erklärt Gisela Lattrich die Entstehung. „Es sollte für Alt und Jung geeignet sein, für Menschen mit und ohne Handicap.“ Alles das erfüllt das aus Frankreich stammende Boule-Spiel, das seit einiger Zeit in Deutschland einen wahren Boom ausgelöst hat. „Viele kennen den spannenden Sport aus dem Urlaub,“ erzählt BSG-Vize Winfried Gawandtka, „für unsere jetzigen und neuen Mitglieder einfach ideal.“ Es war erstaunlich, wieviele Boule-Bahnen es allein im Südkreis Höxter gibt. Neben den einfach zu erlernenden Regeln lebt dieser Sport, bei dem die Könner hochrangige Meisterschaften austragen, nicht so sehr von einer notwendigen Körperkraft, sondern eher von Taktik und Planung. „Bei jedem Wurf verändert sich die Spielsituation, und das macht es so spannend.“

In dankbarer Zusammenarbeit mit der Stadt Borgentreich gelang es im Herbst vorigen Jahres, eine sehenswerte Anlage mit einer Doppelbahn und ausreichend Sitzmöglichkeiten zu schaffen. Zur Zeit wird regelmäßig dienstags und samstags ab 15 Uhr gespielt; Teilnehmer sind jederzeit herzlich willkommen. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.bsg-borgentreich.de

Reges Interesse und die ersten Spiele bei der Eröffnung der Borgentreicher Boule-Anlage im Herbst 2014

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Boule-Anlage eröffnet

Bürgermeister wirft die erste Kugel
„All
éz les Boules“ – Boule-Bahn der BSG ist eröffnet

Borgentreich (bsg) „Es ist einer der angenehmsten Termine in meiner noch kurzen Amtszeit,“ bemerkte Borgentreichs Bürgermeister Rainer Rauch, als er Anfang September die neue Boule-Anlage im Schulzentrum mit einem geschickten Wurf der Stahlkugel auf das „Schweinchen“ eröffnete. „Schon der griechische Arzt Hippokrates hat vor 2.500 Jahren erkannt, dass das Spiel mit der Kugel an frischer Luft die Gesundheit fördert.“ Die Vorsitzende der Behindertensportgemeinschaft (BSG) Gisela Lattrich und ihr Vize Winfried Gawandtka taten es dem Rathauschef nach und versuchten mit einem geübten Wurf, ihre Kugeln noch näher an die Zielkugel zu platzieren. Wer gewann, ist nicht überliefert …

Bisher haben wir uns mit großem Erfolg nur dem Reha-Sport in den verschiedensten Abteilungen gewidmet,“ erläuterte Gisela Lattrich den Anlass für den Bau der vereinseigenen Anlage, „wir waren auf der Suche nach einer weiteren Sportart, die von Jung und Alt, von gesunden Menschen und solchen mit Handicap ausgeübt werden kann.“ So sei man im vorigen Jahr auf den in Deutschland immer stärker wachsenden Trend des Boulesports gestoßen. „Das ist es!“ war man sich im Vorstand einig und BSG-Vize Winfried Gawandtka übernahm die Organisation und Bauleitung. Jetzt konnte die Anlage im Beisein vieler BSG-Mitglieder, Vertreter aus Rat und Verwaltung, Schulleitern sowie Boule-Spielern aus Wehrden, Beverungen, Bühne, Bonenburg und Herlinghausen eröffnet werden. Bei „alkoholfreiem“ Bier („Wir achten das Alkoholverbot im Schulzentrum“) und Bratwurst wurde es ein gemütlicher Abend, den die Bouler aus der Nachbarschaft zu einem spon-tanen Turnier nutzten. „Eine tolle Anlage, die ihr hier geschaffen habt,“ waren sich die Sportler einig, „richtig vorbildlich!“

In einem Rahmen aus Lärchenholz liegt eine Fläche von 15 mal 8 Meter als wassergebundene Decke mit Feinsplitt, das ist Platz für zwei turniergeeignete Bahnen oder – quer gespielt – für vier Trainingsbahnen. Zwei stabile Bänke und ein Tisch auf jeder Seite und ein Informations-Schaukasten komplettieren die Anlage, die vom Borgentreicher Garten-baucenter Thorsten Koch gebaut wurde. Die Stadt Borgentreich übernahm kostenlos die Erdarbeiten, die Baukosten von rund 14.000 Euro tragen allein die Behindertensportler aus ihrer Rücklage.

Dass die Sportanlage der Allgemeinheit kostenlos zur Verfügung steht, also den Borgentreichern „geschenkt“ wurde, freute besonders die Ratsvertreter. „Dieses Engagement für seinen Heimatort kann man nicht genug hervorheben,“ lobten die Gäste aus dem Rathaus. „Man könnte ja mal einen Wettkampf „Verwaltung gegen Rat“ organisieren,“ entstanden schon die ersten Gedanken. BSG-Vize Winfried Gawandtka weiter: „Uns würde es besonders freuen, wenn die hiesigen Schulen den Boulesport mal in ihrem Sportunterricht probieren, denn Boule ist zu Unrecht nur als „Alte-Herren-Vergnügen“ bekannt.“

Boule (franz. „Kugel“) ist eigentlich der Oberbegriff für alle Kugelsportarten, zu denen z.B. auch die italienische Variante Boccia gehört. Der aus der französischen Provençe stammende Sport heißt richtig „Pétanque“ und wird mit etwa 750 Gramm schweren Stahlkugeln immer in zwei Mannschaften gespielt. Jede Mann- oder Frauschaft besteht aus ein bis drei Personen, die je drei oder zwei Kugeln werfen können. Ziel ist es, die eigene Kugel möglichst nahe an eine Zielkugel („Schweinchen“ oder „Sau“) zu platzieren. Das ist mit verschiedenen Wurftechniken („legen“ oder „schießen“) möglich, dabei darf auch die gegnerische Kugel abgeschossen werden. „Außer einem Satz mit sechs Kugeln und einem „Schweinchen“ braucht man nichts weiter,“ erläutert Spielleiter Gawandtka, „doch, eins noch: Spaß und gute Laune!“ Freizeitkugeln sind preiswert, Wettkampfkugeln werden bei den Spielzeiten von der BSG gestellt.

Bis die beiden neuen Bahnen in den ersten Winterschlaf gehen, bietet die BSG Borgentreich regelmäßige Spielzeiten zum Erlernen des Boule-Spiels an: Jeden Dienstag von 15 bis 16:30 Uhr und samstags um 15 Uhr. Interessenten kommen entweder direkt zur Bahn ins Schulzentrum oder melden sich bei Winfried Gawandtka unter Telefon 05643/1486 oder per Mail boule@bsg-borgentreich.de an.

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